Realitätscheck · Schmitten im Taunus

Kita-Mythen der FWG.
Ein Realitätscheck.

Behauptungen zum Kita-Neubau am Pfarrheckenfeld in Oberreifenberg. Von besorgten Eltern geprüft und eingeordnet.

Nach diversen irreführenden Äußerungen von Vertretern der FWG sehen wir uns gezwungen, deren Hauptargumente gegen den Kita-Neubau einzuordnen. Wir sind eine Gruppe besorgter Eltern, die diese Wahl eng verfolgen und hierzu Stellung nehmen wollen. Wir gehören keiner Partei an.

Die Thesen im Realitätscheck


These 1

„Es gibt keinen Bedarf für weitere Kita-Plätze. Die Geburtenrate sinkt."

FWG behauptet

Die Geburtenrate in Schmitten sank 2025. Es drohen Überkapazitäten. Es gibt keinen nennenswerten Einwohnerzuwachs, da keine Neubaugebiete ausgewiesen werden.

❌ Irreführend

Realitätscheck

  • Alle Kitas im Gemeindegebiet sind vollständig ausgelastet. Familien stehen auf einer langen Warteliste für U3 und Ü3 Plätze.
  • Geburtenrate ist nicht gleich Betreuungsbedarf. Diese Zahl lässt zugezogene Familien mit gesetzlichen Anspruch auf Unterbringung (§ 24 SGB VIII) vollkommen außer Acht und ignoriert auch Familien, die sich erst gar nicht auf die lange Warteliste schreiben lassen, sondern direkt nach Plätzen in anderen Gemeinden schauen.
  • Laut IKEK-Analyse ist Schmitten auch ohne neue Baugebiete beliebt bei zuziehenden Familien.
  • Der Monitoringbericht des Regionalverbands FrankfurtRheinMain bescheinigte Schmitten die schlechteste U3-Unterbringungsquote im Verbandsgebiet.
  • Die Glückskinder GmbH hat ihre Einrichtung am Burgweg von einer auf zwei Kindergartengruppen erweitert und wird diesen Standort parallel zum Neubau weiterführen. Ein privater Träger tut das nicht bei drohender Überkapazität.
  • Hinzu kommt: Die Bausubstanz mehrerer bestehender Kita-Gebäude in der Gemeinde ist zum Teil erheblich sanierungsbedürftig. Ein Wegfall von vorhandenen Betreuungsräumen durch bauliche Mängel ist ein reales Risiko.
  • Immer mehr Eltern nehmen Betreuung bereits ab dem ersten Lebensjahr in Anspruch. Jedes Kind belegt dadurch über einen längeren Zeitraum einen Platz. Die Nachfrage steigt also auch ohne steigende Geburtenzahlen.
Quellen: Monitoringbericht Regionalverband, Gemeinde Schmitten, Glückskinder GmbH

These 2

„Der Neubau kostet fast 7 Millionen. Viel zu teuer."

FWG behauptet

Extrem hohe Kosten für Grundstücksankauf und Neubau zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde.

❌ Irreführend

Realitätscheck

  • Die Kosten liegen bei 6,3 Mio. Euro inklusive Grundstück, nicht „fast 7 Millionen".
  • Der Grundstückspreis wurde von 770.000 € auf 470.000 € verhandelt. Eine Ersparnis von 300.000 € für die Gemeinde.
  • Grundstück und Gebäude bilden einen bleibenden Vermögenswert. Nach 35 Jahren Erbbaurecht geht alles in Gemeindeeigentum über.
  • Das Gebäude erfüllt den energetischen Standard EE40. Das bedeutet niedrige laufende Betriebskosten.
  • Die Herstellungskosten entsprechen den marktüblichen Standards.
  • Eine Sanierung der maroden Bestandsgebäude unter laufendem Betrieb ist nicht möglich, da keine Ausweichkapazitäten bestehen.
  • Der Beschluss fand eine überwältigende Mehrheit in der Gemeindevertretung und wurde mit Applaus der anwesenden Bürgerinnen und Bürger begrüßt.
  • Bemerkenswert: Die FWG stimmte in der Sitzung am 02.12.2024 geschlossen gegen den Neubau, beantragte aber im nächsten Moment eine 30.000-Liter-Regenwasserzisterne, die mit Stimmen anderer Fraktionen durchgesetzt wurde und die Projektkosten erhöht. Erst dagegen stimmen, dann die Kosten hochtreiben, um diese anschließend im Wahlkampf zu kritisieren?!
Quellen: Gemeinde Schmitten, Ratsinformationssystem SM-6/2024

These 3

„Eingeschossige Bauweise verschwendet Fläche"

FWG behauptet

Unnötig hoher Flächenverbrauch und Flächenversiegelung durch die eingeschossige Bauweise.

⚠️ Verkürzt dargestellt

Realitätscheck

  • Die eingeschossige Bauweise senkt die laufenden Betriebskosten, die die Gemeinde mitträgt, insbesondere durch reduzierten Brandschutzaufwand.
  • Geringerer Betreuungsaufwand. Kinder müssen keine Treppen steigen, um in die Außenanlagen zu gelangen.
  • Alle interessierten Träger haben in der Ausschreibung unabhängig voneinander bestätigt, dass eingeschossige Bauweise bei Kindergärten üblich und vorteilhaft ist.
  • Weitere Vorteile: Barrierefreiheit, behindertengerecht, bessere Beaufsichtigung durch freie Sichtachsen auf Innen- und Außenbereich.
  • Es wird ein bestehender Schotterparkplatz genutzt, kein Grünland versiegelt. Das Dach wird vollständig begrünt.
Quellen: Gemeinde Schmitten, Sachstandsbericht

These 4

„Es fallen dringend benötigte Parkplätze weg"

FWG behauptet

Dringend benötigte Parkplätze für den Tagestourismus fallen weg. Drei Parkstreifen wurden diesen Winter schmerzlich vermisst.

⚠️ Emotional überzeichnet

Realitätscheck

  • Bei den Planungen zur neuen Kita wurden neue Pkw-Stellplätze berücksichtigt, die im Zuge der Baumaßnahme realisiert werden.
  • Der akute Parkdruck bestand im Winter 25/26 an 2 Schneewochenenden. Das entspricht unter 2% des Jahres, also ca. 7 Tage.
  • Kita-Plätze werden an rund 220 Tagen im Jahr benötigt. Das ganze Jahr über, nicht nur bei Schnee.
  • Wissenschaftlich belegt: Ein Überangebot an Parkplätzen erzeugt zusätzlichen Verkehr. Andere Kommunen bepreisen oder reduzieren Parkraum gezielt.
  • Die Frage lautet: Investiert man in Parkplätze für Tagestouristen oder in Räumlichkeiten für unsere Kinder?
Quellen: Gemeinde Schmitten

These 5

„Die FWG war immer gegen den Neubau"

FWG suggeriert

Die FWG war von Anfang an skeptisch gegenüber dem Neubau am Pfarrheckenfeld und hat stets vor dem Projekt gewarnt.

❌ Falsch

Realitätscheck

  • August 2018: Der Antrag, einen Kita-Neubau am Pfarrheckenfeld zu prüfen, wurde von der damaligen Koalition eingebracht, zu der auch die FWG gehörte.
  • März 2019: Die damalige Koalition, einschließlich der FWG, sprach sich öffentlich für das Kita-Projekt am Pfarrheckenfeld aus (Usinger Anzeiger, 02.03.2019).
  • September 2021: Die FWG distanzierte sich vom Projekt, nachdem sie bei der Kommunalwahl 2021 in die Opposition gewechselt war.
  • Dezember 2024: Geschlossene Gegenstimme der FWG. Direkt danach beantragte sie jedoch eine Erweiterung der Regenwasserzisterne, die die Projektkosten erhöht (siehe These 2).
  • Fazit: Der Positionswechsel korreliert nicht mit inhaltlichen Veränderungen am Projekt, sondern mit dem Wechsel von Regierungsverantwortung in die Opposition.
Quellen: Pressearchiv, Koalitionsantrag 2018, FWG Stellungnahme, Distanzierung 2021

These 6

„Die FWG. Im Dialog vor Ort."

FWG-Selbstbild

„Kompetent. Engagiert. Im Dialog. Vor Ort." So beschreibt sich die FWG selbst auf ihrer Website und in ihren Flyern.

❌ Widerspruch zwischen Anspruch und Realität

Realitätscheck

  • Als die Montessori-Kita am Burgweg im Sommer 2024 existenzgefährdet war, wandten sich besorgte Eltern schriftlich an die FWG.
  • Die Antwort der FWG: Die Bürgermeisterin solle sich darum kümmern.
  • Die Bürgermeisterin hat es dann geschafft, kurzfristig einen neuen Träger zu finden. Der Betriebsausfall betrug nur 6 Wochen.
  • Selbst für diesen kurzen Zeitraum war es nicht möglich, die Kinder auf andere Kitas zu verteilen. Alle Einrichtungen waren am Limit. Ein weiterer Beleg dafür, dass sehr wohl Bedarf besteht.
Quellen: Elternberichte, Ratsinformationssystem VL-152/2024

Fragen, Anmerkungen, Korrekturen?

Diese Seite wurde von Eltern aus Schmitten erstellt, die sich eine sachliche Debatte über die Zukunft der Kinderbetreuung in unserer Gemeinde wünschen. Wenn Sie Fragen haben, Fehler gefunden haben oder Ihre Sicht teilen möchten, schreiben Sie uns.

kita-mythen-schmitten@mailbox.org Stand: 09. März 2026